Grenzüberscheitende Vernissage
Ausstellung im Eichetwald/Freilassing am 13.09.2000
Theresa Hültner stellt Bilder und Objekte im Eichetwald aus - Christian Ploier erzählt
seine Märchen
Die Kunst als Vorbild für die Politik: Zauberhafte und verbindende Vernissage
| "Zauberwald" heißt ein preisgekrönter Bilderzyklus von Theresa Hültner. Und in einen "Zauberwald" schien sich bei einer grenzüberschreitenden Vernissage am Mittwochabend auch der Eichetwald zu verwandeln: Alphorn- und Didgeridoo-Klänge verhalten zwischen den Bäumen. Märchenerzähler Christian Ploier schuf dazu eine schaurig-schöne Atmosphäre, und die Freilassinger Künsterlin Theresa Hültner präsentierte Bilder und Objekte. |
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Trotz Regens und matschigem Boden strömten zahlreiche
Besucher zur Vernissage.Bürgermeister Josef Flatscher ging nach der Begrüßung auf den
ungewöhnlichen Ausstellungsort ein. Es sei im Wald so ähnlich wie auf dem Berg:
"Wir suchen und finden ein Rückzugsgebiet, |
| Flatscher forderte die Zuhörer auf: "Gehen Sie einmal bewusst mi
wachen Sinnen durch den Wald; Sie erleben eine eigene Welt; Stimmen, Geräusche, Gerüche und dazu die optischen Eindrücke einer unberührt wirkenden Natur." Dies führte zu den ursprünglichsten Bedürfnissen zurück: Sehen, Riechen, Hören und Schmecken. Gerade in dieser natürlichen Umgebung könnten wir zur Ruhe kommen und die Mitteilung des Künstlers erspüren, sagte Flatscher. |
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Er sehe mit Staunen, dass Theresa Hültner mehr als eine
Verbindungsebebe geglückt sei: "Das Aufeinander-Zugehen der Nachbarn, die Verbindung
von Rasten und Aufruf, die Möglichkeit sich zu finden oder neu zu entdecken und die
Verbindung von Stimmen der Natur mit Stimmen der Kunst." |
| In Hinblick auf die bevorstehende "Märchenwanderung" durch den
Wald meinte er: "Sie wissen ja, wie das mit den Märchen normalerweise so ist - sie
werden nie wahr." Deshalb hoffe er, dass die schon so oft gemeinsam betonten
"grenzüberschreitenden" Ideen nicht als Märchen in die Geschichte eingehen. Er
betrachtete diese Ausstellung als Anstoß, "dass es nicht bei leeren Worten bleibt,
sondern dass Taten folgen." |
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Salzburgs Vizebürgermeister Karl Gollegger stimmte ihm
zu: Ausgehend von der Feinfühligkeit dieser Frau solle auch die Politik feinfühlig
handeln. "Dann können wir gemeinsam mit unserer Patenstadt etwas erreichen." Er
unterstütze Flatscher bei der Aufrechterhaltung des Techno-Z und freue sich als
Patenstadt-Bürgermeister das "Wunderwerk" von Theresa Hültner im "1786
von Salzburgern gesäten" Eichetwald eröffnen zu dürfen. |
| "Die Kunst bringt es zuwege, dass die Menschen von Salzburg herüber
kommen", meinte EuRegio-Präsident Mathias Hemetsberger mit Blick auf die
Ausstellungsgäste. Zwar seien die Schranken gefallen, aber in den Köpfen erinnere noch
vieles an die Grenzen, bedauerte er und fügte hinzu: "Die Kusnt mag uns zusammebringen. Wir sind eine gemeinsame Region." |
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Freilassings Forstamtsrat Stefan Köcher lenkte die
Aufmerksamkeit wieder zurück auf den Eichetwald: "Die Kunst ist sichtbar gewordener
Menschengeist und die Natur ist sichtbar gewordener schöpfergeist. Hier im Wald verbindet
sich beides." |
| "Zauberwald" heißt der preisgekrönte Biderzyklus von Theresa
Hültner. Mystisch-magisch ging es auch bei der Vernissage im Eichetwald zu. Fackeln
loderten am Wgesrand und erleuchteten eine Reihe von Bildern. Fast als käme es nicht von
dieser Welt wirkte das Spiel von Clemens und Bernhard von der
"Sprungbrett-Combo" auf Teponaxtle und Didgeridoo. |
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Gänzlich in die Welt der Märchen entführten dann
"Mundwerker" Christian Ploier und "Alphornsänger" Fritz Moßhammer. |
| Neben einem kugelförmigen, in der Luft baumelnden, Kokon aus Lianen und
einem Elsternest aus verschiedenen Natur-Materiealien von Theresa Hültner erschufen
Ploier und Moßhammer weiter eine Geschichte von Sumpfkobolden, Moorhexen und der
Mondfrau. Schaurige Klänge entströmten dem Alphorn und verdichteten die gespenstische Atmosphäre des "Märchenerzählers". |
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Zu dieser "Gruselstimmung" passte auch ein
überdimensionales Spinnennetz aus Draht von Theresa Hültner. Außerdem zeigt die in
Wagrain im Salzburger Land geborene Künstlerin im Eichetwald Blumen aus Silberfolie und
die "Charakterköpfe von drüben und herüben, die ihre Vorurteile begraben
haben". Weiße Vögel aus Papier, die auf einen Baum hinauf zu fliegen scheinen,
nennt sie "Zum Ursprung zurück". |
| Die Freilassingerin wollte schon seit langem eine Ausstellung im Wald
machen. Gemeinsam mit Bürgermeister Josef Flatscher reifte die Idee zu der kulturellen
Grenzüberschreitung. Forstamtsrat Stefan Köcher unterstützte das Vorhaben. Die
ausgestellten Objekte bleiben im Eichetwald. Ein Teil der Bilder wanderte ins Rathaus. Den
anderen Teil wird Theresa Hültner in Brüssel zeigen. Ein Werk nahm Bürgermeister Josef Flatscher mit: Auf roter Leinwand kleben Steine von "hüben und drüben": Die Künstlerin hat sie in Salzburg und Freilassing gesammelt. |
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